Der Wolf in Deutschland

  • Ein alter Bekannter kommt zurück

In einigen Regionen Deutschlands ist in den letzten 20 Jahren ein alter Bekannter wieder heimisch geworden - der Wolf. Bis zum Jahr 2000 galten Wölfe in Deutschland als ausgestorben und das seit über 150 Jahren. Zwischen Mai 2019 und April 2020 konnten jedoch 128 Rudel und 39 Paare in Deutschland nachgewiesen werden Dieser Zeitabschnitt umfasst ein biologisches "Wolfsjahr", von der Geburt der Welpen (Ende April bis Anfang Mai) bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres. Mit ungefähr 6 bis 7 Monaten sind die Wolfskinder fast schon so groß wie ihre Eltern und älteren Geschwister. Eigene Kinder können sie bekommen, wenn sie fast zwei Jahre alt sind.

Der Wolf lebt häufig in Familien (Rudeln), welche meist aus den beiden Elterntieren und ihren Nachkommen der letzten zwei bis drei Jahre bestehen. Das ganze Rudel lebt zusammen in einem großen Territorium, das sie gegen andere Wölfe verteidigen. Manche Wölfe leben auch vorübergehend als Paare ohne Nachkommen.

Der Wolf ist wichtig für eine natürlich intakte Umwelt, denn er hilft dabei, den Wildbestand in der Natur zu regulieren, indem er auch kranke und schwache Tiere erbeutet. Zur Nahrung des Wolfs gehören Hirsche, Rehe und Wildschweine. Wölfe fressen aber auch andere Wildtiere.

In Deutschland und Europa ist der Wolf eine streng geschützte Tierart. Er darf heute nicht mehr ohne Grund gefangen oder getötet werden und es sollen sogar extra für ihn Schutzgebiete eingerichtet werden.

Wolf und Mensch

Wolf im Wald

Die Menschen in Gebieten, in die der Wolf zurückgekehrt ist, lernen erst allmählich, wieder mit diesem Tier umzugehen. Viele Menschen sind unsicher, wenn es um die Einschätzung von Wolfsverhalten geht. Wölfe sind vorsichtige und scheue Tiere. Angriffe von Wölfen auf Menschen sind ausgesprochen selten. Das weit verbreitete Bild vom Wolf, der unberührte Wildnis und weiträumige menschenleere Gebiete braucht, entspricht aber nicht der Wahrheit. Wölfe leben heute in Mitteleuropa in dicht besiedelten Landschaften in direkter Nähe zum Menschen. Da Wölfe täglich weite Strecken zurücklegen und in großen Revieren leben, tauchen sie auch regelmäßig in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. Es kann dabei vorkommen, dass sie nachts hin und wieder Dörfer durchqueren, am Dorfrand nach Nahrung suchen oder tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlanglaufen. Die Erfahrung zeigt, dass von einem solchen Verhalten allein keine Gefährdung des Menschen ausgeht. Trifft man auf einen Wolf, sollte man sich ruhig verhalten und Abstand halten. Füttern sollte man Wölfe keinesfalls, um sie nicht an den Menschen zu gewöhnen.

Eine Gefahr für Nutztiere?

Wolfsrudel

Wölfe sind Fleischfresser und fressen Tiere, um sich zu ernähren. Ganz überwiegend sind dies Wildtiere, wie Hirsche, Rehe und Wildschweine. Sie unterscheiden auf der Suche nach Nahrung aber nicht zwischen wilden "erlaubten" Beutetieren und "nicht erlaubten" Nutztieren, wie zum Beispiel Schafen und Ziegen. Sie fressen die Tiere, die sie leicht überwältigen können. Dies führt häufig zu Diskussionen über den Wolf. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Nutztiere in Regionen, in denen Wölfe leben, sicher durch stromführende Zäune geschützt sind oder sogar von speziell ausgebildeten Herdenschutzhunden bewacht werden. Haben Wölfe es in seltenen Fällen gelernt, auch trotz dieser Schutzmaßnahmen Nutztiere zu töten, kann es sogar nötig sein, dass diese Wölfe dann getötet werden müssen. So kann man verhindern, dass sich Wölfe daran gewöhnen, regelmäßig geschützte Nutztiere zu töten. Das ist wichtig, da zum Beispiel Schafe sehr nützlich sind, um schützenswerte Grünflächen zu beweiden, damit diese nicht zuwachsen. Dass ein Wolf getötet werden muss, kommt in Deutschland aber sehr selten vor. Deutlich mehr Wölfe sterben, weil sie von Autos auf Straßen überfahren werden.

Der Wolf als Erfolg des Artenschutzes

Die Rückkehr des Wolfes ist ein großer Erfolg für den Artenschutz. Gleichzeitig bleibt dies auch eine große Herausforderung und wir müssen wieder lernen, mit dem Wolf als Nachbar zu leben.

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Meldung

3. März - Tag des Artenschutzes

Krokodile faszinieren mit ihrem Schuppenpanzer und Orchideen mit ihrer Blütenpracht. Viele Tier- und Pflanzenarten auf der Welt werden aufgrund ihrer Schönheit oder ihres seltenen Vorkommens gejagt, getötet und als Ware verkauft. So werden sie zum Beispiel zu Pelzen oder zu Urlaubsandenken für Touristen verarbeitet. Auch wenn die Jagd auf bestimmte Tiere verboten ist, halten sich nicht alle Menschen daran. Die verbotene Jagd auf Tiere wird als Wilderei bezeichnet.

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