Gewässertyp des Jahres

  • Artenreicher Mündungsbereich von Flüssen ins Meer

Das große Nordseeästuar

Hast du dich schon einmal gefragt, wo Flüsse eigentlich anfangen und wo sie enden? Vielleicht weißt du auch, dass jeder Fluss eine Quelle hat und in der Regel irgendwo in ein Meer mündet. Manche Flüsse vertrocknen auch irgendwann. Bei größeren Flüssen ist das jedoch selten der Fall. Drei dieser ganz großen enden in Deutschland in der Nordsee: die Ems, die Weser und die Elbe. Der Mündungsbereich dieser Flüsse wird Ästuar genannt. An dieser Stelle trifft das salzige Wasser der Nordsee auf das Süßwasser des Flusses und dringt bis in weite Teile des Landes vor.

Satellitenaufnahme eines Ästuars
Satellitenaufnahme eines Ästuars

Typische Trichterform

Beeinflusst durch die Gezeiten – also den Wechsel von Ebbe und Flut – entwickeln sich diese Ästuare an der Nordseeküste typischerweise zu breiten Trichtern. Diese Form wird gut sichtbar, wenn man Ästuare aus der Luft betrachtet. Warum nehmen sie diese Form an? Die hohen Fließgeschwindigkeiten des Wassers bewirken, dass Teile der Ufers und der Küste abgetragen werden und die Mündung deshalb immer breiter wird.

Lebensraum für Flunder, Aal & Co.

Die Zone, in der Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, wird „Brackwasserzone“ genannt und ist für einige Tiere – wie zum Beispiel die Flunder, den Aal und zahlreiche Watt- und Wasservögel – ein wichtiger Lebensraum. Doch der ist in Gefahr: Viele Ästuare werden künstlich vertieft, damit auch große Container- und Kreuzfahrtschiffe hindurchfahren können. Darunter leiden viele Tiere und Wasserpflanzen, weil sich ihre Lebensräume dadurch verändern oder sogar ganz verschwinden. Aus diesem Grund wurden die großen Nordseeästuare vom Umweltbundesamt zum Gewässertyp des Jahres 2019 gewählt.

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