Am Strand, im Sand – was krabbelt denn da?

Einzigartige Artenvielfalt

An der Nord- und Ostseeküste wimmelt es nur so von verschiedenen Lebewesen. Einsiedlerkrebse finden Unterschlupf in leeren Schneckenhäusern. Silbermöwen jagen Strandkrabben, die wiederum Miesmuscheln fressen. Die Vielfalt des Lebens oder die Biodiversität, wie es in der Wissenschaft heißt, ist ein großer Schatz – den jeder selbst finden kann. Folgt uns auf einem Spaziergang, auf dem wir einige Tiere und Gewächse vorstellen, die ihr am Strand vielleicht schon gesehen habt.

An der Nordseeküste …

Man könnte meinen, die schwarzen Knäuel am Strand seien Müll. Aber unter Wasser hat der sogenannte Knotentang ein wunderschönes Olivgrün. Eine Besonderheit an diesem zu den Braunalgen gehörenden Gewächs: Seine dickwandigen Schwimmblasen, die ihn im Wasser nach oben streben lassen.. 

Der Knotentang – oder genauer gesagt, die in ihm enthaltene Alginsäure – hat, unter anderem als Verdickungsmittel, eine wichtige Bedeutung für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Dafür wird er sogar richtig geerntet.

Die Strandkrabbe

Im Sommer tummeln sich viele junge Strandkrabben in den Wattpfützen und anderen natürlichen Vertiefungen der Nordsee, wie den Prielen. Mit ihren acht Laufbeinen können sie sich nur seitwärts bewegen. Deshalb heißen die Krabben auf Plattdeutsch auch "Dwarslöper" (Querläufer). Da ihr Panzer nicht mitwachsen kann, wirft ihn die Krabbe ab, wenn sie größer wird. Bei dieser Häutung werden auch die Scheren neu gebildet, falls die Krabbe sie vorher im Kampf verloren haben sollte. Die alten Panzer und Scheren werden oft an den Strand gespült.

… und an der Ostseeküste

Vor allem nach kräftigen Stürmen kann man an der Ostseeküste einen meist gelblich-braun gefärbten, kegelförmigen Naturschatz finden, den sogenannten Donnerkeil. Früher dachten die Menschen, dass es sich bei Donnerkeilen um Sand handelt, der durch einen Blitzeinschlag in seine Keilform gebracht wurde. Tatsächlich ist ihr Ursprung noch faszinierender: Es sind versteinerte Teile des Skeletts von Tintenfischen, die vor Millionen von Jahren gelebt haben. Wer wissen möchte, wie die urzeitlichen Tintenfische in voller Pracht aussahen, findet zum Beispiel im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund ein Modell davon.

Die Ohrenqualle

Im Sommer tauchen große Schwärme von Ohrenquallen an der Ostseeküste auf. Aber keine Angst, im Gegensatz zu den bräunlich-gelben Feuerquallen sind sie gänzlich ungefährlich. Ohrenquallen erkennt man an den vier Ringen in der Mitte des Körpers. Der Körper der Ohrenqualle ist sehr glibberig. Das liegt daran, dass er bis zu 99 Prozent aus Wasser besteht. Mit ihren klebrigen Tentakeln fängt die Ohrenqualle kleine Krebse oder Wasserflöhe.
Ohrenquallen heißen nicht Ohrenquallen, weil sie gut zuhören können, sondern weil ihre vier ringförmigen Geschlechtsorgane ein bisschen wie Ohren aussehen.

Küstenschutz beachten!

Um die Artenvielfalt am Strand und im Meer zu erhalten, ist es wichtig, dass wir den Lebensraum Küste schützen und mit dem richtigen Respekt behandeln. Dabei kann jede und jeder mithelfen! Beachte dazu auch die aufgestellten Hinweisschilder zum Beispiel zum Schutz der Dünen!

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