Abfallvermeidung und Abfallverwertung

  • Abfallverwertung spart Ressourcen
    aus 16 PET-Flaschen wird 1 Fleece-Pullover
Alte Waschmaschinen aufeinander gestapelt und nebeneinander.

Abfallvermeidung

Um die Menge an Abfall zu verringern ist der erste Schritt, Abfall zu vermeiden. Hier sind alle und zwar auch die Hersteller von Produkten in der Pflicht. Die Bundesregierung hat 2013 ein Abfallvermeidungsprogramm beschlossen, das 2021 fortgeführt wird. Das Abfallvermeidungsprogramm soll allen Tipps geben, wie Abfälle vermieden werden können.

Reparierbare Produkte führen zu weniger Abfall

Hersteller sollten ihre Abfälle verringern und ihre Produkte so herstellen, dass sie lange halten, dass sie gut zu reparieren und mit wenig Aufwand zu produzieren sind.

Stell dir vor, die Waschmaschine zu Hause funktioniert nicht mehr, weil ein kleiner Schlauch kaputt ist. Wurde die Maschine so gebaut, dass dieses kleine Teil einfach repariert oder getauscht werden kann, dann fällt kein oder nur sehr wenig Abfall an. Ist eine Reparatur jedoch nicht möglich, wird das ganze Gerät plötzlich unbrauchbar und damit zu Abfall.

Auf Einwegprodukte verzichten – Wiederverwendbare Produkte nutzen

Wir alle helfen bereits dabei, weniger Abfall herzustellen. Ein gutes Beispiel sind Plastiktüten. Vor ein paar Jahren wurden in Deutschland noch 72 Tüten pro Jahr und Bürger verbraucht. Das heißt, rein rechnerisch hat jeder Mensch in Deutschland vom Baby bis zum Rentner 72 Plastiktüten im Jahr verbraucht.

Im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarstaaten war das sogar schon ziemlich wenig. Seitdem die Supermärkte, Apotheken, Kaufhäuser und weitere für die Plastiktüten eine kleine Gebühr verlangen, hat sich die Anzahl verringert. Zurzeit sind es nur noch 18 Tüten pro Jahr und Bürger, die in Deutschland verbraucht werden. Zukünftig werden solche Plastiktüten, wie es sie z. B. im Supermarkt an der Kasse gibt, sogar ganz verboten.

Es gibt neben Reparatur und Wiederverwendung noch viele weitere Ideen wie Abfälle vermieden werden können. Hier könnt ihr mehr zum Thema Abfallvermeidung erfahren: www.bmu.de/abfallvermeidung

Abfallverwertung

Was wird verwertet?

Wie der Name schon sagt: Verwerten, das heißt nochmal nutzen kann man alles, was einen Wert hat. Du meinst, Abfall hat keinen Wert? Irrtum! In jedem Stück Abfall stecken Rohstoffe, die irgendwann einmal der Natur entnommen wurden, um das Produkt herzustellen, das zu Abfall geworden ist. Die Rohstoffe haben nicht nur einen natürlichen Wert, sondern auch einen Wert, den man in Geld ausdrücken kann.

In einem Blatt Papier, das weggeworfen wird, stecken beispielsweise Holzfasern und Wasser. Wenn das Blatt Papier einfach verbrannt wird oder auf der Mülldeponie landet, sind diese Stoffe verloren. Wenn es hingegen verwertet wird, können sie zurückgewonnen und erneut genutzt werden. Dann können neue Produkte daraus hergestellt werden, zum Beispiel neues Papier. Das nennt man dann Recycling-Papier. Dieses kann man dann wiederverkaufen – das weggeworfene Papier hat somit durch Recycling wieder einen Wert bekommen.

Recycling

Recycling ist ein englisches Wort und heißt nichts anderes, als „zurück in den Kreislauf bringen“. Die Rohstoffe aus dem Blatt Papier gelangen also durch Verwertung zurück in den Kreislauf der Wirtschaft. Durch Recycling müssen deutsche Unternehmen viele Rohstoffe nicht in anderen Ländern einkaufen. Auf diese Weise spart die deutsche Wirtschaft jedes Jahr fast vier Milliarden Euro.

Wusstest du, dass man aus alten Joghurtbechern beispielsweise Blumenkästen herstellen kann? Selbst Hausmüll aus der grauen Restmüll-Tonne wird inzwischen teilweise verwertet.

Grafik: Recycling

Anfangs: Papier, Glas, Metalle und Textilien verwertet.  Heute: Altautos Elektro- und Elektronikaltgeräte Batterien Altholz Gewerbeabfälle Biomüll Bau- und Abbruchabfälle Verpackungen

Grafik: Wie setzen sich unsere Haushaltsabfälle zusammen?

Wie viel Abfall wird genutzt?

Deutschland ist in Europa Spitzenreiter bei der Abfallverwertung. Fast drei Viertel aller Abfälle, die in Deutschland entstehen, werden einer Verwertung zugeführt. Dazu gehört allerdings nicht nur der Abfall, der bei dir zu Hause anfällt, sondern beispielsweise auch der aus Handwerksbetrieben. Auch der Abfall, der beim Bau oder Abbruch von Häusern oder Fabriken anfällt, gehört dazu.

Wie viel wird davon jeweils verwertet?

Etwa drei von vier gefüllten Mülltüten, die im Müllcontainer landen, gehen in Deutschland jedes Jahr in die Verwertung. Insgesamt sind es rund 50 Millionen Tonnen Siedlungsabfall. Dazu kommt etwa genauso viel Abfall aus Produktion und Gewerbe. Aus Bau- und Abbruchabfällen gelangt sogar l in die Verwertung.

Auf alle Einwohner umgerechnet bedeutet das: Deutschland führt jedes Jahr pro Kopf etwa vier Tonnen Abfall einer Verwertung zu. Das ist beinahe so viel, wie das Gewicht von drei Kleinwagen.

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