Abfallaufkommen

  • Hersteller und Händler sind für den Verpackungsmüll verantwortlich
    140 Mülldeponien in Deutschland

Wer ist denn verantwortlich für ein Produkt, wenn es Abfall wird?

Ist doch klar: Verantwortlich für Abfall ist derjenige, der ihn verursacht. Aber Moment mal! Wer ist das eigentlich? Bist nur du für einen Joghurtbecher verantwortlich, weil du ihn leer gegessen hast?

Sicherlich ist es die Aufgabe von jeder und jedem, dafür zu sorgen, dass der Joghurtbecher nicht im Restmüll landet, sondern in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack. Denn da gehören Verpackungen aus Plastik hinein.

Aber: Nicht nur du bist für den leeren Joghurtbecher verantwortlich. Da hat sich in Deutschland nämlich etwas geändert: Es gibt die sogenannte Produktverantwortung. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz ist das Gesetz, das die Produktverantwortung regelt.

Ein prall gefüllter Mülleimerbeutel wird in eine Tonne geworfen.

Was bedeutet Produktverantwortung?

Der Hersteller, der einen Joghurtbecher produziert, ist für diesen auch verantwortlich. Und zwar ab dem Augenblick der Herstellung bis zu seinem Ende. Verantwortlich ist zudem jede und jeder, der ihn verkauft, zum Beispiel Supermärkte. Das gilt selbst dann noch, wenn aus dem Joghurtbecher Abfall wird.

Was das praktisch bedeutet? Wer ein Produkt herstellt, sollte darauf achten, dass dadurch möglichst wenig Abfall entsteht. Zum Beispiel durch einen Joghurtbecher. Für einige Produktgruppen gibt es auch Verordnungen. Diese schreiben vor, dass der Hersteller die Ware beziehungsweise deren Verpackung wieder zurücknehmen muss, wenn sie Abfall geworden ist. Das gilt für alte Verpackungen, Fahrzeuge, Batterien, Elektro- und Elektronikgeräte und (Mineral-)Öle.

Was passiert mit dem Abfall?

Durch die Produktverantwortung ergeben sich für die Hersteller und Händler viele Pflichten. Sie müssen darauf achten, dass möglichst wenig Abfall entsteht. Ihre Ware sollten sie so gestalten, dass sie sich umweltfreundlich entsorgen lässt.

Zudem müssen sich die Hersteller und Händler darum kümmern, dass Dinge, die sich wiederverwenden lassen, auch wirklich wiederverwendet werden. Oft bleiben noch Stoffe im Abfall übrig, die man nicht mehr nutzen kann. Hersteller und Händler müssen dann dafür sorgen, dass dieser Abfall beseitigt wird. Dies geschieht in einer Müllverbrennungsanlage oder Deponie. Auf Deponien dürfen seit 2005 allerdings nur noch Abfälle gebracht werden, die vorher in ihre verschiedenen Bestandteile – zum Beispiel durch Verbrennung – zerlegt wurden.

2015 wurden in Deutschland 79 Prozent der Abfälle verwertet oder wiederverwendet, und nur 21 Prozent mussten beseitigt werden. Das heißt, von zehn Säcken mit Abfall mussten am Ende nur zwei Säcke beseitigt werden. Der restliche Abfall konnte in unterschiedlichen Formen für die Herstellung von neuen Produkten oder als Energie genutzt werden.

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