Mädchen


Zahl der Woche: Januar 2012



30.01.2012: 135 Kilometer: Schmetterlinge leben südlicher als ihre ideale Umgebung

Schmetterling auf roter Blüte

Schmetterlinge und auch Vögel können offenbar mit dem Klimawandel nicht mithalten. Die Temperaturen haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten in Europa schneller erhöht als beide Tiergruppen sich anpassen konnten. Sie sind damit langsamer nach Norden gewandert als es ihre klimatischen Erfordernisse für nötig erscheinen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Fachmagazin Nature Climate Change am 8. Januar online veröffentlicht hat. Im statistischen Mittel lägen demnach Schmetterlinge 135 und Vögel sogar 212 Kilometer gegenüber der Temperaturerhöhung und der Verschiebung ihrer Lebensräume nordwärts zurück.

In der Folge könnte die Verzögerung verschiedenste Lebensgemeinschaften auseinanderreißen. Die Raupen des Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania) sind beispielsweise auf den Wiesenknöterich (Polygonum bisorta) als Fraßpflanze angewiesen. Auch wenn die Schmetterlingsart sich an die Temperaturverschiebung schrittweise anpasst - die Pflanze, von der sie abhängig ist, ist bei weitem nicht so mobil.



23.01.2012: Langstreckenläufer Wolf: Bis 70 Kilometer am Tag

Großaufnahme des Kopfes eines Wolfes, der gerade heultEin kleiner Sender bringt große Daten: Ein Forschungsprojekt, das vom Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde, hat sechs Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet. Jede ihrer Bewegungen konnte so während der zweijährigen Projektzeit über Satellit verfolgt werden. Dabei fanden die Forscherinnen und Forscher einiges heraus – unter anderem weiß man nun, dass manche Wölfe bis zu 70 Kilometer am Tag zurücklegen und einige sich auf diese Weise mehrere tausende Kilometer von ihrem Rudel entfernen. Andere sind allerdings etwas weniger reiselustig: Sie verlassen ihre Wolfsfamilie nur für sehr kurze Wege. Der Naturschutzbund stellt das Projekt mit vielen Hintergrundinformationen vor.

Weitere Informationen:
www.nabu.de



16.01.2012: 1000. Stipendium durch die DBU vergeben

Hochspannungsmast vor SonnenübergangDie Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergibt jährlich bis zu 60 Promotionsstipendien an Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen, die eine weiterführende Forschungsarbeit im Umweltschutz anfertigen. Das 1000. Stipendium wurde kurz vor Jahreswechsel im Dezember 2011 an eine Chemiedoktorandin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena vergeben, die in ihrer Doktorarbeit an einem umweltfreundlichen Verfahren forscht, mit dem in die Natur gelangte Arzneimittelwirkstoffe ohne chemische Zusätze abgebaut werden können. Weitere Informationen zum DBU-Studienprogramm und die Online-Bewerbung unter www.dbu.de/stipendien.



09.01.2012: 30 Millionen Euro für Nachrüstung Partikelfilter

Mann überprüft mit Gerät Abgaswerte Das Bundesumweltministerium stellt im Jahr 2012 die Summe von 30 Millionen Euro für die Nachrüstung von Diesel-Pkw und von Diesel-Kraftfahrzeugen, die Güter transportieren, zur Verfügung. Damit können rund 90.000 Nachrüstungen gefördert werden. Halter dieser Fahrzeuge können 330 Euro Barzuschuss für die Nachrüstung ihres Fahrzeuges mit einem Partikelfilter erhalten. Das Förderprogramm soll unmittelbar nach Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes 2012 am 1. Januar 2012 wirksam werden. Eine rückwirkende Förderung für Nachrüstungen vor dem 1. Januar 2012 ist ausgeschlossen.



02.01.2012: 1 Kilometer pro Jahr - Gletscherschmelze

Eiskristalle in Nahaufnahme Der Gletscher Jorge Montt im Süden Chiles schrumpft jährlich um 1 Kilometer. Als Grund nennt das chilenische Zentrum für wissenschaftliche Studien die globale Erwärmung und die ozeanographischen Bedingungen. In den 1990er Jahren schmolz der Riesengletscher insgesamt um etwa 7 Kilometer. Der Schrumpfprozess habe sich aber beschleunigt, so dass es mittlerweile im patagonischen Fjord eine zunehmende Zahl von Eisbergen gebe. Die Studie der Wissenschaftler umfasst den Zeitraum von Februar 2010 bis Januar 2011. In dieser Zeit nahmen zwei feststehende Kameras 1445 Fotos von dem Gletscher auf.



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