Weißt Du, was Strahlung ist? Und wie sie wirkt?
Es gibt viele verschiedene Arten von Strahlung. Einige kannst Du sehen und spüren. Zum Beispiel: Sonnenstrahlen, die uns Licht und Wärme bringen. Andere kannst Du nur mittelbar wahrnehmen. Zum Beispiel elektromagnetische Felder. Sie erzeugen Bild und Ton in Fernsehern, Computern und Handys. In Mikrowellenöfen erhitzen sie die Speisen. Es gibt aber auch Strahlen, die kannst Du überhaupt nicht wahrnehmen. Denn ihre Wirkung wird erst nach langer Zeit sichtbar. Manche Strahlen haben einen natürlichen Ursprung. Dazu gehört etwa das Sonnenlicht. Auch im Erdboden gibt es bestimmte Stoffe, die Strahlung aussenden. Andere Strahlen werden künstlich erzeugt. Beispiele hierfür sind Mikrowellen und das Licht in Solarien.
Strahlen sind eine besondere Form von Energie, die sich durch Raum und Materie ausbreitet. Worin sich die einzelnen Arten unterscheiden? Durch die Menge an Energie, die sie mit sich führen. Die Energiemenge bestimmt wiederum, wie Strahlen wirken: Die gesamte materielle Welt, sogar wir selbst, besteht aus sogenannten Atomen. Diese können sich zu größeren Einheiten zusammenschließen – zu Molekülen. Im Normalzustand sind Atome und Moleküle ungeladen – elektrisch neutral. Bei einigen Strahlenarten ist jedoch die Energie so groß, dass sie Atome verändern, sobald sie auf sie treffen: Sie laden sie auf. Dieser Vorgang heißt Ionisation. Somit heißen alle Strahlen, die das bewirken, ionisierende Strahlen. Bei anderen Arten reicht dagegen die Energie nicht, um Atome aufzuladen. Sie werden daher nichtionisierende Strahlen genannt. Die verschiedenen Strahlungsarten lassen sich diesen beiden Gruppen zuordnen.
Wo triffst Du auf Strahlen?
Das Sonnenbad?
Neben Licht und Wärme sendet die Sonne auch ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen). Sie gehören zur Gruppe der nichtionisierenden Strahlung. UV-Strahlen machen die Haut braun. Da sie sehr energiereich sind, können sie die Gesundheit gefährden. So verursachen sie Sonnenbrand. Als Spätfolge kann sogar Hautkrebs entstehen. Besonders empfindlich sind Kinder und Jugendliche. Inzwischen erkranken in Deutschland jedes Jahr bis zu 140.000 Menschen an Hautkrebs. In Solarien werden UV-Strahlen künstlich erzeugt, um Haut zu bräunen. Um die Verbraucher zu schützen, starteten das Bundesamt für Strahlenschutz und das Bundesumweltministerium gemeinsam eine Initiative. Sie schufen das Gütesiegel "Geprüftes Sonnenstudio". Solarien dürfen es nur tragen, wenn sie eine bestimmte Qualität erfüllen. Darüber gibt es eine gesetzliche Regelung. die Kindern und Jugendlichen den Zutritt zu Solarien verbietet, um sie zu schützen. Grenzwerte für UV-Strahlen in Solarien sollen zudem die Erwachsenen vor Schäden bewahren.
Auch Dein Handy sendet Strahlung.
Was bedeutet das?
Handys geben elektromagnetische Strahlung ab. Diese zählt zur nichtionisierenden Strahlung. Wenn Du telefonierst, treffen die elektromagnetischen Strahlen auf Deinen Körper. Hältst Du das Handy an das Ohr, wird Dein Kopf besonders stark bestrahlt. Telefonierst Du weit entfernt von einem Sendemast, sendet er die Strahlung durch Dein Handy sehr viel stärker, als wenn Du in seiner Nähe stehst. Für Handys gibt es Grenzwerte. Sie legen fest, wie hoch die abgegebene Strahlung allenfalls sein darf. Gleiches gilt auch für andere drahtlose Telefone und Kommunikationsgeräte. Ebenso für Sendemasten. Die Grenzwerte dienen dazu, gesundheitliche Schäden zu verhindern. Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Handystrahlen gesundheitliche Schäden verursachen können, wenn sie unterhalb der Grenzwerte bleiben. Allerdings sind hier noch nicht alle Fragen beantwortet. Daher empfehlen Experten einen vorsichtigen Umgang mit dem Handy. Das bedeutet: Nutze Dein Handy nicht unnötig. Schicke lieber SMS.
Selbst beim Arzt kannst Du auf Strahlung treffen.
Was geschieht bei Untersuchungen mit Ultraschall?
Ultraschall ist eine wichtige Methode, um das Innere unseres Körpers abzubilden und zu untersuchen. Sie wird immer häufiger genutzt. Wie der Name sagt, kommt dabei Ultraschall zum Einsatz. Das sind Schallwellen, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Ultraschall ist somit weder ionisierende noch nichtionisierende Strahlung. Er lässt sich selbst bei sehr empfindlichem Gewebe einsetzen. Ultraschall ist sogar für Embryonen im Mutterleib unschädlich.
Was passiert beim Röntgen?
Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 130 Millionen Röntgenaufnahmen gemacht. Sie dienen dazu, Knochenbrüche und Krankheiten festzustellen. Wie das geht? Röntgenstrahlen können den menschlichen Körper durchdringen. Dabei werden sie von Knochen, Organen und Muskeln unterschiedlich abgeschwächt. Hinter dem durchleuchteten Körper befindet sich ein Röntgenfilm. Dort entstehen dann die Bilder, etwa von Knochen und Organen. Röntgenstrahlen gehören zu den ionisierenden Strahlen. Sie entstehen vor allem durch Abbremsen stark beschleunigter, elektrisch geladener Teilchen. Ist das Röntgengerät ausgeschaltet, sendet es keine Strahlen mehr. Möchtest du mehr zum Thema Röntgen wissen? Dann klicke hier.
Weißt Du, was radioaktive Stoffe sind?
Willst Du wissen, wie sie wirken?
Es gibt natürliche und künstliche radioaktive Stoffe. Natürliche radioaktive Stoffe kommen in der Natur vor. Eigentlich sind sie überall – allerdings in unterschiedlich starker Menge. Als künstlich werden radioaktive Stoffe bezeichnet, die der Mensch herstellt – etwa für medizinische Anwendungen. Gleiches gilt für radioaktive Stoffe, die beispielsweise in Kernkraftwerken bei der Kernspaltung entstehen. Natürliche radioaktive Stoffe kommen auch im Erdboden vor. Ebenso in Gesteinen. Von dort können sie in das Grundwasser, in Pflanzen und Tiere und damit in unsere Nahrung gelangen. Sie können zudem aus dem Boden in unsere Atemluft dringen. Das Problem? Radioaktive Stoffe enthalten bestimmte Arten von Atomen. Deren Atomkerne können sich spontan umwandeln. Man sagt dazu: Sie zerfallen. Dabei wird Energie freigesetzt. Diese wird als ionisierende Strahlung abgegeben. Das bedeutet: Gelangen radioaktive Stoffe über Nahrung oder Atemluft in unseren Körper, geben sie dort ionisierende Strahlung ab. Diese wirkt auf Organe, Knochen und Muskeln. Je nach Stärke kann sie dabei Schäden verursachen. Als Folge können Krankheiten entstehen.
Ein besonderer Fall ist Radon: ein natürliches radioaktives Edelgas. Es kommt in Deutschland überwiegend in den Mittelgebirgen vor. Dort gelangt es aus dem Boden unter den Häusern in die Keller und weiter in die Wohnräume. Die Bewohner können dadurch Lungenkrebs bekommen. Inzwischen lassen sich Häuser nachträglich abdichten. Auf diese Weise sinkt die Gefahr durch Radon. Am besten werden Häuser von Anfang an so gebaut, dass kein Radon eindringen kann.
Was ist mit der Kernenergie?
Kernkraftwerke nutzen die Spaltung von Atomen, um Energie herzustellen. Wie das geht? Atome bestehen aus einem Atomkern und einer Hülle aus Elektronen. Wird ein Atomkern gespalten, wird Energie freigesetzt. Und zwar diejenige Energie, die zuvor die Teile verbunden hat, die bei der Spaltung entstehen. Rohstoff hierfür ist vor allem Uran. Das Problem? Die Spaltteile bilden neue Atome. Diese sind radioaktiv. Das heißt: Sie verwandeln sich durch weiteren Zerfall in andere Atome. Dabei senden sie ionisierende Strahlen aus. Die so entstandenen Atome können ebenfalls radioaktiv sein. Sie können somit weiter zerfallen und dabei ionisierende Strahlen abgeben. In Deutschland gelten für Kernkraftwerke strengste Sicherheitsregeln. Ziel ist, möglichst alle radioaktiven Stoffe im Kraftwerk einzuschließen. Technisch ist dies jedoch nicht ganz möglich. Viele Maßnahmen dienen zwar dazu, dies zu erreichen. Dennoch gelangen sehr geringe Mengen über den Schornstein in die Luft und über das Abwasser in die Umgebung. Von dort können sie in die Nahrung oder in die Atmung gelangen. Daher werden die Luft aus dem Schornstein und das Abwasser streng kontrolliert. Willst Du mehr zu Kernkraftwerken wissen? Dann klick hier. (Link zu den Texten Atomenergie/ Sicherheit sowie Atomenergie Ver- und Entsorgung). Willst Du etwas über Schutzmaßnahmen erfahren, wenn dort ein Unfall geschieht? Dann klick hier.
Was macht die Politik sonst noch?
Ziel ist, Menschen vor den schädlichen Wirkungen aller Strahlenarten zu schützen. Hierzu gibt es viele Gesetze. Das Bundesimmissionsschutzgesetz macht Vorgaben, um vor den Folgen elektromagnetischer Felder zu schützen. Hauptproblem sind jedoch die ionisierenden Strahlen. Das Atomgesetz regelt die Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken. Zugleich beinhaltet es den Schutz vor ionisierenden Strahlen. Weitere wichtige Gesetze sind die Strahlenschutzverordnung und die Röntgenverordnung. Sie legen unter anderem fest, wie hoch die Belastung durch Strahlen maximal sein darf: Zum einen für die "normale" Bevölkerung – also für uns alle. Zum anderen für Menschen, die in ihrem Beruf ionisierenden Strahlen ausgesetzt sind. Zum Beispiel: Arbeiter in Kernkraftwerken, Röntgenärzte und -schwestern. Hinzu kommt das Strahlenschutzvorsorgegesetz. Es verlangt, die Radioaktivität in der Umwelt zu überwachen. Hierzu gibt es ein umfassendes Messnetz. Ungefähr 1.800 Messstationen ermitteln Tag und Nacht, wie hoch die Strahlung ist. Ebenso den Gehalt an radioaktiven Stoffen in der Umwelt. Außerdem werden Lebensmittel, Tierfutter und Trinkwasser auf Radioaktivität überwacht. So lassen sich schon kleinste Veränderungen erkennen. Dies macht es möglich, frühzeitig Abhilfe zu ergreifen, um Mensch und Umwelt zu schützen. Willst Du noch mehr zum Strahlenschutz wissen? Dann klick hier.
Was kannst Du tun, um Dich vor Strahlen zu schützen?
- Gehe in kein Sonnenstudio! Schütze Dich im Sommer vor UV-Licht. Wie das geht? Vermeide ausgiebige Sonnenbäder am Strand oder im Schwimmbad, insbesondere mittags in der Zeit von 11 bis 15 Uhr. Nimm Sonnenmilch, wenn Du für längere Zeit in die Sonne gehst. Verwende ein Produkt mit hohem Sonnenschutz-Faktor (mindestens 15).
- Nutze ein strahlungsarmes Handy! Unter www.bfs.de/elektro/oekolabel.html findest Du eine entsprechende Hitliste. Nutze das Festnetztelefon, wann immer dies möglich ist. Telefoniere per Handy nur kurz. Schicke lieber eine SMS. Nutze das Handy nicht bei schlechter Verbindung. Verwende zudem Kopfhörer.
- Erzähle es Deinem Arzt, wenn du woanders schon geröntgt wurdest. Frage nach einem Strahlenpass. So kannst Du vermeiden, dass Röntgenaufnahmen doppelt gemacht werden.
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