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Weißt Du, was Natur schützt?

Herbstwald (Foto: Digital Vision)Wirksamer Naturschutz braucht vieles. Das zeigt das Beispiel Wildkatze ganz genau. In erster Linie gehört dazu, Lebensräume zu erhalten und sogar auszubauen. Dies beginnt bereits damit, dass wir Menschen der Natur weniger Platz rauben. Zurzeit sind dies in Deutschland etwa 113 Hektar jeden Tag. Das ist ungefähr so viel wie 158 Fußballfelder. Wir nutzen diese Fläche, um beispielsweise neue Straßen, Häuser und Fabriken zu bauen. Das Problem? Dieser Platz geht der Natur verloren. Daher hat die Bundesregierung beschlossen, bis zum Jahr 2020 den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu verringern. Das ist ungefähr so viel, wie 42 Fußballfelder benötigen.

Was macht die Politik sonst noch?

Es reicht nicht, nur den Flächenverbrauch zu verringern. Genau so wichtig ist es, die Vielfalt von Lebensräumen zu bewahren. Und sogar zu verbessern. Um dies zu schaffen, hat die Bundesregierung eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Sie enthält rund 330 messbare Ziele. Hinzu kommen rund 430 Aktionen, die helfen sollen, diese zu erreichen. Zu den Zielen gehört beispielsweise die Rückkehr des Urwaldes. Bis 2020 soll sich ein Zwanzigstel der deutschen Wälder natürlich entwickeln. Große, unzerschnittene Waldgebiete sollen erhalten bleiben. Ebenso die Buchenwälder. Diese bieten unter anderem Wildkatzen wichtigen Lebensraum. Ein Viertel der europäischen Buchenwälder liegt in Deutschland. Daher wollen mehrere Bundesländer ihre wertvollsten Buchenwälder als Weltnaturerbe anmelden. Urwald: Moosbehangene Bäume. (Foto: Digital Vision) Das Bundesumweltministerium unterstützt sie hierbei. Viele Tier- und Pflanzenarten kommen nur in Mooren vor. Daher soll sich auch der Zustand der Moore verbessern. Zum Beispiel, indem dort weniger Torf abgebaut wird. Torf entsteht überwiegend aus Pflanzen, die sich zersetzen. Aus diesen Ablagerungen wächst mit der Zeit das Moor. Das kann jedoch mehrere Tausend Jahre dauern. Denn die pflanzlichen Ablagerungen steigen nur sehr langsam - oft nur ein Millimeter pro Jahr. Weitere wichtige Lebensräume sind Flüsse, Seen, Teiche und Meere.

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Wie lässt sich die Natur noch besser schützen?

Rote Scheune auf Wiese, im Vordergrund ein Zaun. Landwirtschaft kann die Umwelt sehr stark belasten. So ist die Luft in Gebieten, wo Tiere in Massen gehalten werden, oft schlecht. Manchmal sogar genauso schlimm wie in Städten mit viel Verkehr. Andererseits entstehen viele Lebensräume erst dadurch, dass Bäuerinnen und Bauern sie nutzen und pflegen. Zum Beispiel Streuobstwiesen, wo viele Vögel wohnen. Auch Trockenrasen brauchen Schafe und Schäfer. Nur wenn sie regelmäßig abgeweidet werden, können dort Kuhschellen und andere Orchideen wachsen und Raubvögel Kaninchen jagen. Insofern hat die Landwirtschaft eine besondere Verantwortung gegenüber der Umwelt. Genauso wichtig ist es, Tiere beim Wandern zu helfen. Hierzu will die Bundesregierung in ganz Deutschland Lebensräume miteinander verbinden - durch Hecken, Waldstücke, Grünbrücken und Wasserläufe. Mindestens ein Zehntel des gesamten Bundesgebiets soll diesen sogenannten Biotopverbund bilden. Zudem soll es möglich werden, dass Tiere neue Straßen gefahrlos überqueren.

Welche Vorteile bringt Naturschutz uns Menschen?

Der Lotusblüten-Effekt (Grafik: BMU)Die biologische Vielfalt ist ein riesiger Reichtum für uns Menschen. Sie liefert uns Essen, Trinkwasser, fruchtbare Böden und Medikamente. Zum Beispiel: Mehr als die Hälfte aller Medikamente, die in Deutschland zugelassen sind, entstehen aus Pflanzen. Die Natur gibt uns Brennstoffe zum Heizen und schickt Energie. Sie schützt uns vor Überschwemmungen und regelt das Klima. Auch für viele technische Lösungen bietet die Natur Vorbilder. So stand die Lotusblüte Pate, um für Häuser Hüllen zu erfinden, die Schmutz abweisen. Sogar in Geld lässt sich der Nutzen der Natur messen. Eine Studie aus dem Jahr 1997 schätzt: Alle Ökosysteme der Welt schenken uns jedes Jahr einen Nutzen von 16 bis 64 Billionen US-Dollar. Das ist ungefähr 5- bis 21-mal so viel wie alle Ausgaben, die die Regierung der USA für das Jahr 2008 vorsah.

Was kannst Du tun?

IllustrationIn manchen Städten ist die Artenvielfalt größer als auf dem Land. Beispiel hierfür ist die Großstadt Berlin. Sie zählt zu den artenreichsten Räumen Deutschlands. Schon kleine Flächen können zum Naturschutz beitragen. Daher könntest Du mit Mitschülern und Lehrern überlegen, wie Eure Schule Pflanzen und Tieren helfen kann. Zum Beispiel könntet Ihr einen Schulgarten anlegen - etwa mit Wildblumen, Schmetterlings- und Vogelbeersträuchern. Zudem könntet Ihr Nistkästen für Vögel und Fledermäuse basteln und aufhängen sowie Mauern begrünen. Gleiches gilt natürlich, wenn Du und Deine Eltern zu Hause einen Garten oder Hof habt. Ökologischer Landbau schont Natur und Umwelt. Achte daher beim Einkauf von Lebensmitteln, dass sie möglichst aus Deiner Nähe stammen und ein Bio-Siegel tragen. Weitere Tipps findest Du hier.


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