Weißt Du, was Meere bedroht?
Meere sind vielen Gefahren ausgesetzt. Zu den größten gehört der Klimawandel. Er erwärmt das Wasser. Dadurch ziehen heimische Fischarten wie der Kabeljau von uns weg nach Norden. Zudem machen Treibhausgase die Meere sauer. Wie das geht? Meere spielen eine große Rolle für das Klima. Sie nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und speichern es im Wasser. Das ist eigentlich gut für das Klima. Denn dadurch sinken die Treibhausgase in der Atmosphäre.
Dies wiederum bremst die Erwärmung der Erde. Das Problem? Kohlendioxid kann sich unter bestimmten Umständen im Meerwasser lösen. Dabei entsteht Kohlensäure. Sie ist - wie der Name sagt - sauer. Auf viele Meeresbewohner wirkt sie verheerend. So bilden beispielsweise Korallen, Muscheln und Schnecken Kalk.
Wird das Meer sauerer, wird das Kalkbilden gestört. Besonders Kalkalgen sind darauf angewiesen, eine Kalkschale auszubilden. Nur so können sie überleben. Wäre das eines Tages nicht mehr möglich, weil Meerwasser zu sauer ist, hätte dies schlimme Folgen. Denn Algen dienen vielen Meeresbewohnern als Futter. Die Folge: Ganze Nahrungsketten könnten zusammenbrechen. Unzählig viele Meeresbewohner müssten verhungern.
Welche Gefahren gibt es noch?
Neben dem Klimawandel bedroht vor allem die Fischerei die Meere. In europäischen Gewässern gelten vier Fünftel der Fischarten als überfischt. Das bedeutet: Es werden zu viele Fische gefangen. Diejenigen, die übrig bleiben, sind zu wenig, um den Fangverlust durch Nachwuchs auszugleichen. Dies ist in allen Meeren weltweit ein großes Problem. Woran das liegt? Eine wesentliche Ursache sind die Fangmethoden. Beispielsweise mit riesigen Schleppnetzen, die bis zum Grund reichen. Oder mit Angelschnüren, die bis zu 100 Kilometer lang sind und an denen Tausende Haken hängen. Diese grasen das Meer ab und fassen neben Fischen auch Seevögel, Haie, Rochen und sogar Meeressäuger wie Robben, Delfine und Wale. Selbst Pflanzen und Tiere, die am Meeresboden leben, werden dabei gefangen. Damit geraten auch Arten ins Netz und an den Haken, die überhaupt nicht gefangen werden sollen. Dieser sogenannte Beifang beträgt jedes Jahr weltweit viele Millionen Tonnen. Diese Lebewesen werden zwar wieder ins Meer gekippt. Doch die meisten sind bereits tot oder so geschwächt und verletzt, dass sie dies nicht überleben.
Weiterhin werden die Meere durch den Eintrag von Nährstoffen bedroht. Diese stammen vor allem aus der Landwirtschaft. Sie gelangen über die Flüsse in die Meere. Dort düngen sie diese so stark, dass Lebensgemeinschaften gestört oder sogar zerstört werden. Willst Du mehr dazu wissen? Dann klick hier.
Weitere Gefahren sind Schadstoffe, die über die Luft und Flüsse in die Meere gelangen. Ebenso Öl, das illegal entsorgt wird oder durch Schiffsunfälle ins Wasser fließt. Hinzu kommen Abfälle, die ins Meer gekippt werden, sowie Schiffsanstriche, die Meereslebewesen schädigen.
Was macht die Politik dagegen?
Um die Meere besser zu schützen, hat die Bundesregierung im Oktober 2008 eine "Nationale Meeresstrategie" beschlossen. Ziel ist, die Meere zu erhalten. Nutzungen, wie etwa Fischerei, sollen künftig so erfolgen, dass sie den Lebensraum Meer nicht schädigen. Der Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft soll sinken. Gleiches gilt für Schadstoffeinträge aus der Industrie. Die Schifffahrt soll ihre Umweltbilanz verbessern. Zum Beispiel: Indem sie weder Abfälle noch Öl oder sonstige Schadstoffe über Bord kippt. Indem sie giftige Schiffsanstriche vermeidet und einen Treibstoff verwendet, der umweltfreundlicher ist. Vor allem aber muss die Fischerei umwelt- und naturverträglicher arbeiten - auch dies verlangt die Nationale Meeresstrategie. Zudem hat das Bundesumweltministerium maßgeblich beim Abschluss des Ostsee-Aktionsplans mitgewirkt. Darin verpflichten sich alle Anrainerstaaten, die natürliche Meeresumwelt der Ostsee zu bewahren und wiederherzustellen. Weiterhin soll weltweit bis zum Jahr 2012 ein Netz von Meeresschutzgebieten entstehen. Hierzu hat die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt einen wichtigen Fortschritt erreicht.
Diese Konferenz fand im Jahr 2008 in Bonn statt. Sie legte Merkmale fest, die dazu dienen, weltweit Meeresschutzgebiete auszuweisen. Eine große Rolle spielt auch die sogenannte Ökozertifizierung. Das bedeutet: Fischprodukte erhalten das blaue MSC-Siegel, wenn sie aus naturverträglichen Fischereien stammen. "MSC" ist die Abkürzung für die unabhängige und gemeinnützige Organisation "Marine Stewardship Council".
Was kannst Du tun?
Seit April 2008 nutzt die Bonner Kantine des Bundesumweltministeriums Fischprodukte mit dem MSC-Siegel. Habt Ihr in Eurer Schule eine Kantine? Forsche mit Deinen Mitschülern und Lehrern nach, wo der Fisch herkommt, den es dort gibt. Vielleicht kann auch Eure Kantine künftig Fisch mit MSC-Siegel anbieten. Gehst Du mit Deinen Eltern manchmal einkaufen? Dann achte darauf, dass der Fisch, den Ihr aussucht, das blaue MSC-Siegel trägt. Das Klima spielt eine große Rolle für die Meere. Mach also mit beim Klimaschutz!
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Hast du Fragen zu den Themen "Meeres- und Gewässerschutz"? Dann klick hier (Schülerarbeitsheft "Wasser ist Leben", PDF-Dokument, 1682 KByte).
