Weißt Du, was dem Klima nützt?
Für uns Menschen hat der Klimawandel dramatische Folgen. Schmilzt der Nordpol, entstehen unglaubliche Mengen Schmelzwasser. Dadurch steigt der Meeresspiegel. Dies wiederum bedroht zahlreiche Küsten und Städte. Kleine Inselstaaten könnten im Meer versinken. Zugleich führt der Klimawandel dazu, dass es in vielen Regionen der Erde weniger regnet. Ernten gehen verloren. Böden werden unfruchtbar. Wüsten dehnen sich aus. Als Folge könnten viele Millionen Menschen ihre Heimat verlieren. Zudem wirkt der Klimawandel auf unsere Gesundheit. So können sich ansteckende Krankheiten ausbreiten, befürchtet die Weltgesundheitsorganisation. Wie dem Eisbären geht es auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten. Ihr Lebensraum verändert sich mit dem Klima. Viele können jedoch mit dem Wandel nicht Schritt halten. Sie drohen daher auszusterben. Auch dies gefährdet die Ernährung der Weltbevölkerung.
Wer verursacht den Klimawandel?
Hauptverursacher sind die Menschen, vor allem in den Industriestaaten. Das zeigen ganz klar folgende Zahlen: Pro Jahr verursacht ein Inder im Durchschnitt die Emission (das heißt Freisetzung) von einer Tonne Treibhausgas. Jeder Europäer verursacht dagegen das Elffache. Jeder US-Bürger sogar das Zwanzigfache. Hauptquelle ist der große Energieverbrauch. Er machte im Jahr 2004 mehr als vier Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland aus. Mehr als die Hälfte verantwortet die inländische Produktion. Knapp ein Fünftel geht auf das Konto der privaten Haushalte - also von uns allen. (Etwa ein Viertel unserer Emissionen bewirken Waren, die wir nach Deutschland holen).
Lässt sich der Klimawandel noch stoppen?
Experten sind sich einig: Die schlimmsten Folgen des Klimawandels lassen sich noch vermeiden. Hierzu darf jedoch die Durchschnittstemperatur auf der Erde um nicht mehr als maximal 2 Grad Celsius steigen. Und zwar im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Um dies zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 weltweit sinken: im Vergleich zu 1990 um mindestens die Hälfte. Hierbei sind vor allem die Industrieländer gefragt. Der Grund? Sie sind die Hauptverursacher. Insofern ist dies auch eine Frage der Gerechtigkeit.
Was macht die Politik?
Im Jahr 1992 fand in Rio de Janeiro ein Weltgipfel zu Umwelt und Entwicklung statt. Dabei unterzeichneten die meisten Teilnehmerstaaten die sogenannte Klimarahmenkonvention. Darin vereinbarten sie, weltweit Treibhausgasemissionen zu bekämpfen. Fünf Jahre später entstand in der japanischen Stadt Kyoto das "Kyoto-Protokoll". Es verpflichtet die Industriestaaten, bis 2012 ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Und zwar um insgesamt mindestens ein Zwanzigstel im Vergleich zu 1990, die Europäische Union (EU) als Staatenbündnis hat sich (mit damals noch 15 Staaten) zu 8 % verpflichtet Innerhalb der Europäischen Union preschte Deutschland vor. Es versprach, freiwillig noch mehr zu verringern: etwas mehr als ein Fünftel (21 Prozent) bis 2012.
Gibt es bereits Erfolge?
Deutschland ist dabei, sein selbst gestecktes Ziel zu erreichen. Im Jahr 2007 hatte es seine Treibhausgase schon um mehr als ein Fünftel (20,4 Prozent) gesenkt. Die Bundesregierung hat beschlossen, weiterzugehen: Bis 2020 sollen die Treibhausgase in Deutschland um zwei Fünftel sinken. Dies gilt ebenfalls im Vergleich zu 1990. Allerdings knüpft dieses Ziel an eine Voraussetzung. Auch die anderen Staaten der Europäischen Union (EU) müssen mitmachen. Sie sollen bis 2020 ihre Treibhausgase um insgesamt ein Drittel (30 Prozent) senken. Ob dies geschieht, ist noch nicht klar. Bislang hat die EU nur vereinbart, bis 2020 ein Fünftel zu mindern. Ob es noch mehr wird, hängt davon ab, ob und wie andere Staaten mitmachen. Dies wiederum entscheidet sich bei der nächsten Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahr 2009.
Wie geht es weiter mit dem Klimaschutz?
Das Kyoto-Protokoll enthält nur Minderungsziele bis 2012. Daher soll die Kopenhagen-Konferenz beschließen, wie es nach dieser Zeit weitergeht. In Deutschland hat die Bundesregierung ein äußerst ehrgeiziges Energie- und Klimaprogramm verabschiedet. Unabhängige Experten bestätigen: Damit kann unser Land bis 2020 weit mehr als ein Drittel (36 Prozent) Treibhausgase sparen.
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Was kannst Du tun?
Nutze das Fahrrad, wann immer es geht. Das spart Treibhausgasemissionen. Meist geht es sogar schneller, als wenn Du Dich mit dem Auto fahren lässt. Schalte Lichter, Fernseher und Computer aus, wenn Du sie nicht brauchst. Vermeide Stand-by-Betrieb! Das ist dann Fall, wenn Du ein Gerät zwar ausschaltest, aber dennoch ein rotes Lämpchen leuchtet. Wenn wir alle auf Stand-by-Betrieb verzichten, kann Deutschland jährlich rund 14 Millionen Tonnen Treibhausgase sparen. Habt Ihr zu Hause und in der Schule schon überlegt, wie Ihr das Klima schonen könnt? Viele Tipps findet Ihr bei der Kampagne "Du kontrollierst den Klimawandel!"
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