Weißt Du, was Gewässer schützt?
Zwei Drittel unseres Trinkwassers kommt aus dem Grundwasser. Ein weiteres Fünftel stammt aus Flüssen und Seen. Damit ist Grundwasser der wichtigste Rohstoff für unser Trinkwasser. Zugleich spielt es eine zentrale Rolle in der Natur. Reicht es bis zur Oberfläche, tränkt es Bäume und andere Pflanzen. Zudem schafft es wertvolle Lebensräume. Beispielsweise Feuchtwiesen. Dort leben Frösche, die unter anderem dem Storch als Nahrung dienen. Grundwasser tritt zudem in Quellen zu Tage. Es speist Bäche, Flüsse und Seen. So beeinflusst es auch deren Wasserqualität.
Was bedroht unsere Gewässer?
Deutschland ist ein wasserreiches Land. Es speichert genug Grundwasser für Mensch und Natur. Ausnahmen bestehen nur in wenigen Regionen - etwa im Land Brandenburg. Allerdings drohen ihm viele Gefahren. Zum Beispiel durch Öl und Chemikalien aus Industrieanlagen, die schon längst geschlossen sind. Oder durch alte Müllkippen. Dort können giftige Stoffe versickern. Hinzu kommen Unfälle mit Stoffen, die das Wasser gefährden. Ebenso undichte Abwasserkanäle. Weitere Risiken bringen Industrie, Landwirtschaft und Verkehr. Dünge- und Pflanzenschutzmittel können Grundwasser belasten. Ebenso Bäche, Flüsse und Seen.
Was geschieht zu ihrem Schutz?
Eine wichtige Rolle spielt die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Sie gilt für Grundwasser, Flüsse, Seen, Küsten sowie für die Gewässer zwischen Fluss und Meer. Ihr Ziel? Bis 2015 sollen alle Gewässer in einem guten Zustand sein. Zudem dürfen sie sich nirgendwo verschlechtern. Um die Richtlinie zu verwirklichen, untersuchten die Behörden zunächst die aktuelle Situation. Das Ergebnis: In den vergangenen Jahren sank in Deutschland die Schadstofflast deutlich. Dies gelang in erster Linie durch moderne Kläranlagen. Zudem verschärfte die Politik die Vorgaben für industrielle Abwässer. Als Folge verwenden Industrie und Gewerbe heute Wasser meistens mehrfach. Solche Wasserkreisläufe sparen Wasser und verringern die Schadstofflast. Weiterhin sieht die Wasserrahmenrichtlinie vor, Gewässer über Staatsgrenzen hinweg zu schützen. Derzeit erarbeiten Deutschland und Nachbarstaaten Pläne, um Flussgebiete gemeinsam zu bewirtschaften. Zudem entwickeln sie Programme, um deren Zustand zu verbessern. Daneben wirkt die Bundesregierung in zahlreichen internationalen Kommissionen mit. Zum Beispiel zum Schutz von Oder, Elbe, Rhein, Maas und Donau sowie zum Schutz der Ostsee und des Nordatlantiks.
Wie können wir uns vor Hochwasser schützen?
Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Ihre Schäden sind jedoch häufig durch uns Menschen verursacht. Der Grund? Wir haben Siedlungen oft in Flusstäler gebaut. Dort ist die Hochwassergefahr besonders groß. Zudem haben wir Flüsse begradigt und kanalisiert. Dadurch verkürzten sich deren Wasserläufe. Die Folge: Die Fließgeschwindigkeit steigt und mit ihr die Hochwassergefahr. Künftig sollen daher die natürlichen Überschwemmungsgebiete wieder größer werden. Kleine Gewässer sollen wieder ihren natürlichen Flusslauf erhalten. Und Regen soll möglichst dort versickern, wo er niederfällt.
Was kannst Du tun?
Überlege, wie Du Wasser sparen kannst! Duschen ist ökologisch besser als baden. Dreh den Hahn zu, wenn Du Dich einseifst. Lass nie Wasser laufen, wenn Du es nicht brauchst. Vielleicht kannst Du ja auch etwas kürzer duschen. Kennst Du Deinen Wasserverbrauch? Hier gibt es große Unterschiede. Sparmeister ist Sachsen. Im Jahr 2004 verbrauchte dort jeder täglich nur 88 Liter. Auf dem letzten Platz landeten dagegen Hamburg und Schleswig-Holstein. Ihr Wasserverbrauch betrug pro Person 142 Liter.
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