Weißt Du, wie es mit Energie weitergeht?
Erneuerbare Energien leisten einen wichtigen Beitrag, um das Klima zu schützen. Allein im Jahr 2007 sparten sie in Deutschland rund 115 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) Treibhausgase. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten hierzulande fast 20.000 Windräder. Sie produzierten damit mehr als 22 Millionen Kilowattstunden Strom. Neue Anlagen sollen künftig vor allem im Meer (Offshore-Windenergieanlagen) entstehen. Bereits 21 Windparks sind dort genehmigt. Ein erstes Testfeld soll geht 2009 in Betrieb gehen.

Die Bundesregierung hält es für wahrscheinlich, dass diese neuen Windparks schon in 15 bis 20 Jahren etwa 20 bis 25 Millionen Kilowatt Strom erzeugen können. Damit könnten sie mehr als ein Sechstel unseres heutigen Energiebedarfs decken.
Was macht die Politik?
Anfang der 90er Jahre schuf sie zunächst das Stromeinspeisungsegesetz. Es besagte: Wer erneuerbare Energien herstellt und in das Stromnetz einspeist, erhält dafür Geld. Der Erfolg? Die Windenergie bekam einen riesigen Aufschwung. Inzwischen gilt das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses sieht im Wesentlichen Folgendes vor: Betreiber von Stromnetzen müssen vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien abnehmen. Dafür müssen sie zudem einen festen Preis zahlen. Weiterhin erarbeitete die Bundesregierung spezielle Programme, um erneuerbare Energien zu fördern.
Was ist der Erfolg?
Solarthermie verwandelt Sonnenstrahlen in Wärme. Photovoltaik gewinnt daraus Strom. Insgesamt waren in Deutschland im Jahr 2007 rundmehr als 9,6 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche installiert. Weitere erneuerbare Energien sind Erdwärme, Biomasse und Wasserkraft. Erdwärme dient vor allem dazu, Gebäude zu heizen. In Deutschland spielt sie bislang nur eine kleine Rolle. Seit kurzer Zeit wird in geothermischen Anlagen auch Strom erzeugt. Dieser Beitrag ist zur Zeit zwar noch gering, soll aber in den nächsten Jahren ansteigen. Anders dagegen Biomasse. Sie besteht beispielsweise aus Holz, Pflanzenabfällen, Gülle und Mist. Gemeinsam mit Gas aus Mülldeponien und Kläranlagen produziert sie inzwischen mehr Strom als die hiesigen Wasserkraftwerke.
Biomasse dient zudem dazu, Biokraftstoffe für Autos herzustellen. In Deutschland wird hierfür vor allem Raps verwendet. Wasserkraft wurde schon im Mittelalter genutzt, um in Mühlen Mahlsteine zu bewegen. Heute basiert sie meist auf hochmoderner Technik. Das Ergebnis: Im Jahr 2007 sparte sie rund 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Erneuerbare Energien sind auch wirtschaftlich bedeutend. Von 2004 bis 2007 stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich enorm - von rund 160.500 auf etwa 250.000.
Sonst noch was?
Eine wichtige Quelle ist auch die Energieeinsparung. Fast neun Zehntel der Energie, die wir zu Hause verbrauchen, nutzen wir für Heizung und Warmwasser. Genauer gesagt: Rund drei Viertel geht in die Raumwärme. Etwas mehr als ein Zwanzigstel fressen unsere elektrischen Geräte. Beispielsweise Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Kühl- und Gefrierschränke, Fernseher und Stereoanlage. Rund 1,5 Hundertstel fließt in Lampen. Hier gibt es somit viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Schon wenn Du die Raumtemperatur um ein Grad senkst, sparst Du etwa sechs Hundertstel. Noch mehr bringt es, wenn ein Altbau eine Dämmung sowie neue Fenster erhält. Er kann so seinen Energieverbrauch um fünf bis neun Zehntel senken. Aber auch Energiesparlampen bringen eine ganze Menge. Sie sparen - im Vergleich zu Glühbirnen - bis zu vier Fünftel Strom. Viele Geräte laufen oft im Stand-By-Betrieb. Beispielsweise Fernseher. Andere Geräte lassen sich nicht ausschalten. Beispielsweise Halogenlampen. Sie verbrauchen unbemerkt und unbenutzt 24 Stunden täglich Strom. Solche Leerlaufverluste kosten jährlich ungefähr 22 Milliarden Kilowattstunden. Das ist mehr, als die beiden Großstädte Berlin und Hamburg zusammen verbrauchen. In Geld ausgedrückt, bedeutet dies: Büros und Haushalte zahlen für diese Verschwendung jährlich rund vier Milliarden Euro.
Was kannst Du tun?
Nutze Energiesparlampen! Vermeide Stand-by-Betrieb! Du erkennst ihn daran, dass irgendwo noch ein Lämpchen leuchtet, obwohl das Gerät ausgeschaltet ist. Zieh den Stecker, wenn sich ein Gerät nicht ausschalten lässt. Oder kaufe eine Steckdosenleiste mit Aus- und Einschalter.
Vergleich den Energieverbrauch, wenn Du ein neues Gerät kaufst. Vielleicht kannst Du die Heizung in Deinem Zimmer etwas herunter stellen. Lüfte richtig! Das bedeutet: Öffne das Fenster ganz und schließe es wieder nach fünf Minuten. Überlege gemeinsam mit Deinen Eltern, wie Ihr zu Hause den Energieverbrauch senken könnt. Auf diese Weise könnt Ihr auch Geld sparen. Schon der Verzicht auf Stand-by-Betrieb entlastet die Haushaltskasse um etwa 85 Euro jährlich. Vielleicht könnt Ihr mit dem ersparten Geld etwas Schönes zusammen unternehmen.
Weitere Tipps zum Energiesparen findest Du beispielsweise unter www.bmu.de/energiesparen.
Du willst noch mehr zu erneuerbaren Energien wissen? Dann klick hier:
www.erneuerbare-energien.de
Hast du Fragen zur Nutzung von Sonne, Wind, Wasser als Energiequelle? Dann klick hier (Schülerarbeitsheft "Erneuerbare Energien ", PDF-Dokument, 9767 KByte).
Hast du Fragen zu den Themen "Klimawandel" und "Treibhauseffekt"? Dann klick hier (Schülerarbeitsheft "Klimawandel", PDF-Dokument, 6623 KByte).
