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Weißt Du, was Atomenergie sicherer macht?

Atomkraftwerk Biblis (Foto: H.-G. Oed)In Deutschland gelten für Kernkraftwerke strengste Sicherheitsregeln. Sie umfassen den gesamten Betrieb der Anlagen. Ebenso deren Stilllegung und Abbau.

Wie passt der Staat auf?

Für die Sicherheit der Kernkraftwerke sind in erster Linie ihre Betreiber verantwortlich. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Anlagen alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Das Bundesumweltministerium passt auf, dass dies auch tatsächlich geschieht. Es ist in Deutschland für die Sicherheit aller Kernkraftwerke zuständig. Dabei wird es durch die Bundesländer unterstützt. Zusätzliche Hilfe leistet das Bundesamt für Strahlenschutz. Hinzu kommt die sogenannte Reaktorsicherheitskommission. Sie besteht aus unabhängigen Experten. Diese beraten das Bundesumweltministerium bei allen Fragen zur Sicherheit von Kernkraftwerken. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Strahlenschutzkommission. Sie erteilt Rat zum Schutz vor radioaktiven Strahlen. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit erstellt Gutachten, die die Sicherheit der Kernkraftwerke bewerten. Zudem erarbeitet sie Vorschläge, um den Schutz von Mensch und Umwelt zu verbessern.

Wie werden Mensch und Umwelt geschützt?

Rückbau - AKW - Greifswald (Foto: EWN GmbH)Grundlage hierfür sind die "Sicherheitskriterien für Kernkraftwerke". Sie beschreiben, was zum Schutz der Menschen und der Umwelt vor der radioaktiven Strahlung geschehen muss. Hierzu gehören unter anderem: Maßnahmen gegen Brand und Strahlungen, Überwachen des Betriebs, Umgang mit radioaktiven Stoffen. Die wichtigsten Regelungen stehen im "Handbuch Reaktorsicherheit und Strahlenschutz". Es wird vom Bundesamt für Strahlenschutz ständig auf dem Laufenden gehalten. Dadurch entspricht es stets dem neuesten Stand von Forschung und Technik. Die Betreiber der Kernkraftwerke müssen gewährleisten, dass sie alles tun, um Mensch und Umwelt zu schützen. Dabei müssen sie stets den neuesten Stand der Wissenschaft berücksichtigen. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter gut ausgebildet sind und eine Sicherheitskultur pflegen. Weiterhin müssen sie eine "Sicherheitsspezifikation" erstellen. Diese enthält alle wichtigen Informationen. Zum Beispiel zu folgenden Fragen: Wie ist das Kernkraftwerk organisiert? Was geschieht bei Stör- und Schadensfällen? Wie erfolgt der Schutz vor terroristischen Anschlägen?

Wer kontrolliert die Atomkraftwerke?

Zunächst müssen die Betreiber selbst kontrollieren, ob ihr Kernkraftwerk alle Sicherheitsregeln einhält. Dazu kommt eine strenge Überwachung durch die Aufsichtsbehörden. Meist kümmern sich mehrere Beamte um eine Anlage. Unabhängige Gutachter unterstützen sie bei dieser Arbeit. Die Aufsichtbehörden kontrollieren rund um die Uhr, ob innerhalb oder außerhalb der Anlage Radioaktivität austritt. Hierzu nutzen sie die automatische Kernreaktor-Fernüberwachung. Zusätzlich verfügt das Bundesamt für Strahlenschutz über ein engmaschiges Messnetz. Dieses ermittelt und überwacht den Gehalt von Radioaktivität in der Umwelt. Zudem müssen die Betreiber den zuständigen Behörden alle Ereignisse mitteilen, die sich auf die Sicherheit ihrer Anlage auswirken. Neben dieser ständigen Aufsicht finden regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen statt. Diese kontrollieren alle Teile des Kraftwerkes sowie das Sicherheitskonzept. Das Unglück von Tschernobyl zeigt: Radioaktivität kennt keine Staatsgrenzen. Daher kooperiert das Bundesumweltministerium auch mit anderen Länder und internationalen Organisationen. Zum Beispiel mit der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien.

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