Weißt Du, was Tieren und Pflanzen droht?
Das Sterben der Arten hat viele Ursachen. So führt der Klimawandel zum Beispiel dazu, dass den Eisbären der Lebensraum weg schmilzt. Die Folge: Sie können kaum noch Robben jagen und verhungern. Wenn Menschen Regenwälder roden oder Moore trocken legen, zerstören sie zugleich den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten. Viele können nicht einfach umziehen. Etwa weil der Weg zu weit ist. Oder weil es immer weniger Regenwald und Moore gibt. Zudem sind die dortigen Reviere bereits von anderen Tieren und Pflanzen besetzt. Eine weitere Ursache ist das Überfischen der Meere. Viele Fischarten sind bedroht, weil wir Menschen zu viele Fische fangen. Diejenigen, die übrig bleiben, sind zu wenig, um den Verlust durch Fang ausgleichen. Hinzu kommt, dass der Klimawandel die Meere erwärmt. Dadurch sterben Korallenriffe - die Kinderstube vieler Fischarten. Ein weiteres Problem ist der Handel mit geschützten Arten. Zum Beispiel mit seltenen Papageien oder den Babys von Gorillas oder Orang-Utans. Oder mit dem Elfenbein von Nashörnern, den Fellen und Knochen von Tigern, Leoparden und anderen Tieren.
Wie lässt sich das Sterben von Tier- und Pflanzenarten verhindern?
Ebenso zahlreich wie die Ursachen sind auch die notwendigen Lösungen. Insbesondere Klima- und Naturschutz tragen dazu bei, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu erhalten. Aber auch der Gewässer- und Meeresumweltschutz spielen eine wichtige Rolle. Im November 2007 hat die Bundesregierung eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Sie enthält rund 330 Ziele, die messbar und mit klaren Zeitvorgaben verbunden sind. Hierzu gehört beispielsweise die Rückkehr der Urwälder nach Deutschland. So soll sich im Jahr 2020 ein Zwanzigstel der heimischen Wälder natürlich entwickeln.
Willst Du mehr dazu wissen? Dann klick jeweils hier: Naturschutz, Klimaschutz, Gewässerschutz, Meeresumweltschutz.
Was geschieht gegen den Handel mit geschützten Arten?
Eines der wirksamsten Mittel ist das sogenannte Washingtoner Artenschutzabkommen. Sein englischer Name ist "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora". Die Abkürzung erfolgt nach den englischen Anfangsbuchstaben und lautet daher CITES. Diesem Abkommen sind weltweit 172 Staaten beigetreten. Darunter befinden sich alle 27 Staaten der Europäischen Union (EU). In Deutschland ist CITES seit 1976 in Kraft. Es umfasst zurzeit etwa 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten.
Zudem beinhaltet es drei Anhänge. Diese listen die gefährdeten Arten nach dem Grad ihrer Gefährdung. Für die drei Listen gelten unterschiedliche Handelsbeschränkungen. Am strengsten ist Liste 1. Sie enthält alle Arten, die unmittelbar bedroht sind. Für sie gilt weitgehend: Jeder Handel ist verboten. Diejenigen Arten, die auf den Listen 2 und 3 stehen, sind ebenfalls geschützt. Mit ihnen darf nur gehandelt werden, wenn dafür eine Genehmigung vorliegt. Diese wiederum erteilt in Deutschland das Bundesamt für Naturschutz.
Sind auch europäische und deutsche Arten bedroht?
Braunbären, Wölfe und Wisente wurden hierzulande schon vor langer Zeit durch Jagd ausgerottet. Noch heute sind europäische und einheimische Arten auch dadurch gefährdet, dass sie aus der Natur entnommen werden. Beispiele hierfür sind das Pflücken seltener Orchideen, der Fang von Sing- und Greifvögeln, die Jagd auf Zugvögel. Daher verpflichtet die EG-Vogelschutzrichtlinie alle EU-Mitgliedstaaten, die europäischen Vogelarten zu schützen. Die sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dient dazu, die Lebensräume wildlebender Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Auch helfen Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung, gefährdete heimische Arten zu schützen.
Willst Du wissen, welche Arten besonders oder sogar streng geschützt sind? Dann klick hier: www.wisia.de
Gibt es auch Erfolge?
Beispiele zeigen, dass Schutzmaßnahmen durchaus wirken. So verbietet das Washingtoner Abkommen seit 1989 den Handel mit Elefanten und Produkten wie Elfenbein. Dieser strenge Schutz zeigt inzwischen Erfolg. So haben sich viele Bestände erholt. In einigen Ländern stieg sogar wieder die Zahl der Elefanten. Ein weiteres Beispiel ist die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland - mehr als 150 Jahre, nachdem er hierzulande ausstarb.
Was kannst Du tun?
Pflücke keine Blumen, die Du nicht kennst. Es könnte eine geschützte Art sein. Mach' Artenschutz im Urlaub! Wie das geht? Klick hier: www.artenschutz-online.de
Weitere Tipps
Nutze Recyclingpapier mit dem Blauen Engel! Das hilft, Holz zu sparen. Achte auf das FSC-Logo! Zum Beispiel wenn Du Bleistifte kaufst oder andere Holzprodukte. Damit schützt Du den Lebensraum Wald. Denn nur was aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt, darf das FSC-Logo tragen. Achte zudem beim Fischkauf auf das MSC-Siegel! Nur Fisch, der dieses Siegel trägt, stammt aus naturverträglichen Fischereien. Damit hilfst Du, Meeresfische vor dem Aussterben zu schützen.
Du willst noch mehr über Artenschutz wissen? Dann klick hier:
www.bmu.de/41062: Bundesumweltministerium
www.bfn.de: Bundesamt für Naturschutz
