Weißt Du, was mit Abfall passiert?
Früher hatte fast jedes Dorf eine Müllkippe. In ganz Deutschland gab es fast 50.000. Dort landeten alle Abfälle durcheinander. Und keiner kümmerte sich, was mit ihnen weiter geschah. Früher - das war vor dem ersten Abfallgesetz, das es in Deutschland gab. Seither hat sich vieles geändert. Schon in den 80er und 90er Jahren sank die Zahl der Hausmülldeponien auf unter 2.000. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland sogar nur noch 160. Gesetze bestimmen heute ganz genau, welche Abfälle dorthin dürfen. Hausmüll muss beispielsweise behandelt werden. Er stinkt dann nicht mehr. An der Deponie gibt es kein Verwehen von Papier oder Kunststoffen mehr. Dicke Folien und Tonschichten verhindern, dass aus Deponien gefährliche Stoffe entweichen.
Wer ist verantwortlich?
Doch es hat sich noch mehr verändert. Es setzte sich nämlich etwas Neues durch - die sogenannte Produktverantwortung. Was das bedeutet? Jeder Abfall war mal Produkt. Beispielsweise ein Joghurtbecher. Produktverantwortung heißt: Wer einen Joghurtbecher herstellt, ist für diesen auch verantwortlich. Und zwar ab dem Augenblick des Herstellens über den gesamten Lebenslauf. Diese Verantwortung trifft zudem jeden, der ihn verkauft. Sie gilt selbst dann noch, wenn aus dem Joghurtbecher Abfall wird.
Was kommt zuerst?
Daraus ergeben sich für Hersteller und Händler viele Pflichten: Sie müssen darauf achten, dass möglichst wenig Abfall entsteht. Ihre Ware sollen sie so gestalten, dass sie sich umweltfreundlich entsorgen lässt. Auch müssen sie sich darum kümmern, dass Verwertbares wirklich verwertet wird. Oft bleiben noch Stoffe übrig. Hersteller und Händler müssen dafür sorgen, dass sie beseitigt werden. Dies geschieht in einer Müllverbrennungsanlage oder Deponie. Hinter diesen Pflichten steht eine klare Regel: Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden. Was sich nicht vermeiden lässt, muss verwertet werden. Und nur was nicht verwertbar ist, darf beseitigt werden.
Was wird verwertet?
Am Anfang wurden Papier, Glas, Metalle und Textilien verwertet. Inzwischen kamen weitere Wertstoffe hinzu: Verpackungen, Altautos, Elektro- und Elektronikaltgeräte, Batterien, Altholz, Gewerbeabfälle, Biomüll, Bau- und Abbruchabfälle. Selbst Hausmüll aus der grauen Tonne wird inzwischen verwertet. Er gehört zum sogenannten Siedlungsabfall. Der Erfolg kann sich sehen lassen. So gehen jedes Jahr rund 29 Millionen Tonnen Siedlungsabfall in die Verwertung. Dazu gesellen sich 31 Millionen Tonnen Abfall aus Produktion und Gewerbe. Aus Bau- und Abbruchabfällen kommen sogar 161 Millionen Tonnen. Auf die Einwohner umgerechnet, bedeutet dies Folgendes: Deutschland verwertet jedes Jahr pro Kopf etwa vier Tonnen Abfall. Das ist beinahe so viel, wie vier Kleinwagen wiegen.
Was ist der Erfolg?
Durch das Verwerten gelangen Abfälle zurück in den Wirtschaftskreislauf. Was das heißt? Sie helfen dabei, neue Produkte herzustellen. Dies spart Wasser und andere Rohstoffe - beispielsweise Holz beim Recyclingpapier. Aber auch der Energieverbrauch lässt sich so verringern. So spart das Verwerten von Haushaltsabfällen jährlich so viel Energie, wie eine Großstadt verbraucht. Auch dem Klima hilft diese Abfallpolitik. Denn sie sorgt dafür, dass weniger Abfälle auf Deponien gelangen. Dadurch sanken seit 1990 die Treibhausgase, die das Klima schädigen. Und zwar um rund 46 Millionen Tonnen jährlich.
Das ist ungefähr so viel, wie ein Wald in einem Jahr aufnehmen könnte, wenn er so groß wäre wie das Land Niedersachsen. Willst Du wissen, wie das geht? Dann klick hier. Noch mehr Vorteile? In den letzten Jahren entstanden immer weniger Abfälle. Davon wurden immer mehr verwertet. Außerdem beschäftigt die Abfallwirtschaft in Deutschland mehr als 200.000 Menschen. Sie ist damit ein richtiger Jobmotor.
Was kannst Du tun?
Zunächst solltest Du darauf achten, Abfall zu vermeiden. Dies kannst Du erreichen, indem Du Deine Sachen länger nutzt und weniger wegwirfst. Gleiches gilt, wenn Du für Dein Pausenbrot eine Dose verwendest. Weitere Tipps: Nimm Mehrweg- statt Einwegflaschen. Achte beim Einkauf auf das Umweltzeichen "Blauer Engel". Es kennzeichnet oft Recyclingprodukte. Beispielsweise beim Papier. Wirf keinen Müll in die Landschaft und mach mit beim Mülltrennen. Denn nur so ist es möglich, dass Verwerten gut klappt.
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